DER ALTE HAUPTBAHNHOF
UND DIE BAHNPOST
Herzogliche Braunschweigische Staatseisenbahn
In deutschen Landen wurde die erste Deutsche Staatseisenbahn im Herzogtum Braunschweig am 1. Dezember 1838 in Betrieb genommen. Die Strecke führte zunächst von Braunschweig nach Wolfenbüttel. Sie wurde später nach und nach weiter ausgebaut - in den Harz nach Bad Harzburg und weitere Strecken z.B. über Jerxheim nach Oschersleben. Von Anfang an bis 1960 war das Bahnhofsgebäude des Hauptbahnhofs ein Kopfbahnhof. 1960 wurde der neue Hauptbahnhof am Rande der Innenstadt als Durchgangsbahnhof am Berliner Platz in Betrieb genommen. Der alte Hauptbahnhof mit den zugehörigen Gleisen hatte ausgedient. Die Gleise wurden zurückgebaut, und das Kopfgebäude des alten Bahnhofs dient seit 1966 als Empfangsgebäude der Direktion einer Bank.
Der erste Staatsbahnhof Deutschlands.
Das Empfangsgebäude von 1838-1843. Nach Entwurf und Plänen vom Hofbaumeister Carl Theodor Ottmer gebaut. Aufgrund der rasanten Enrwicklung im Eisenbahnwesen erwies sich der erste Bahnhof bald als zu klein. Nach seinem Abriß wurde nach Ottmers Plänen ein neuer Bahnhof an alter Stelle errichtet. Ottmer erlebte die Fertigstellung des Neubaus nicht mehr. Er starb im August 1843.
Der Lageplan von 1838 zeigt die damalige Insellage des Bahnhofs.
Der südliche Umflutgraben trennte den Bahnhof, Rangiergleis und den Lokschuppen vom übrigen Eisenbahngelände. Von Anfang an war der Bahnhof als Kopfbahnhof konzipiert. D.h., die Ein- und Ausfahrt des Zuges erfolgte über ein Gleis.
Der neue Bahnhof an alter Stelle.
Das zweite klassizistische Empfangsgebäude wurde 1845 eröffnet. Von 1864 bis 1865 wurde das Flußbett des südlichen Umflutgraben korrigiert. Damit wurde die Insellage des Bahnhofgebäudes aufgehoben. Östlich des Bahnhofs, am Okerufer, wurde ab 1852 das Eisenbahn-Direktionsgebäude errichtet. Weitere Zweckbauten für den Eisenbahnbetrieb folgten.
Der Lageplan von 1865 zeigt die enorme Entwicklung des Eisenbahnwesens innerhalb von acht Jahren. Durch die Korrektur des südlichen Umflutgrabens war Platz für Werkstätten, Güterschuppen, Heizwerk ... usw. geschaffen. Ebenso wurde durch die Zunahme des Personen- und Güterverkehrs das Gleisfeld entsprechend erweitert.
Die Einfahrt zur Stadt.
Das obere Bild zeigt einen Ausschnitt der nördlichen Bahnanlagen um 1930:
- Links unten der Friedrich-Wilhlem-Platz mit der
Amsberg-Villa
- Das Bahnhofsgebäude mit der Okerterasse des
Restaurationsbetriebes.
- Links oben das Eisenbahn-Direktionsgebäude.
- Oben rechts die Ein- und Ausfahrtgleise.
Eine weitere Ansicht vom Bahnhof und dem Direktionsgebäude in Blickrichtung Stadtmitte - zum Friedrich-Wilhelm-Platz. Der Friedrich-Wilhelm-Platz wurde zum Verkehrsknotenpunkt in Braunschweig. Bus- und Straßenbahnlinien führten in die Stadt und ins Umland. Droschken und der Individualverkehr nicht zu vergessen. Die Urbanität einer Großstadt mit Geschäften und Hotels am Friedrich-Wilhelm-Platz und in unmittelbarer Nähe.
Das Empfangsgebäude.
Der große Güterschuppen.
Das Hauptstellwerk.
Nach dem Krieg wurden Gebäude und Gleisfeld teilweise für den vorläufigen Bahnbetrieb wieder hergestellt. Der neue Hauptbahnhof am Berliner Platz wurde im Oktober 1960 in Betrieb genommen.
Blick von der Okerterasse auf den Friedrich-Wilhelm-Platz.
Die Bahnpost von 1838-1971. Es gab in Braunschweig kein eigenstädiges Bahnpostamt (BPA). Die Bahnpost war der Oberpostdirektion (OPD) Braunschweig unterstellt.
MEHR BAHNPOST BRAUNSCHWEIG
Der neue Postbahnhof am Postzentrum Berliner Platz wurde ebenfalls im Oktober 1960 in Betrieb genommen.

Das Gelände des Alten Bahnhofs heute (Bild Stadt Braunschweig Fachbereich Stadtplanung)
Der rekonstruierte Ottmerbau zur Zierde der umgebenen Bauten einer Bank. Kalt und unnahbar steht er nun da: Nicht mehr als einladendes Empfangsgebäude für Reisende und Bürger der Stadt.
Info: Diese Responsive-Website ersetzt nach und nach meine Vorgängerversion mit fixem Layout. Die PDF-Dateien bleiben auf altem Stand und sind weiterhin herunterzuladen. Sie sind am besten mittels PC und Tablet zu lesen. Eine Umsetzung dieser PDF-Dateien auf mobile Sites wäre für mich sehr umfangreich und zeitaufwändig. Ich strebe dies vorerst nicht an.
© Bruno Räker 2014, Stand: Mai 2024