

DAS POSTZENTRUM AM BERLINER PLATZ
POSTAUTOMATION
Das alte Hauptpostamt (Postamt 1) befand sich im Gebäude der OPD Braunschweig.
Das Gebäude der OPD in der Friedrich-Wilhelm-Straße war bereits vor dem II. Weltkrieg zu klein geworden für die Unterbringung aller Verwaltungsabteilungen und insbesondere für die weiterschreitende Technisierung im Briefpost- und Paketdienst sowie Fernsprech- und Telegraphendienst. Nach dem Krieg wurden unterschiedliche Dienststellen bis in die 60er Jahre durch Anmietungen und durch Errichtungen von Behelfsbauten über das ganze Stadtgebiet verteilt. Gut zwanzig Gebäude wurden an 15 Standorten betrieben. So konnte es nicht weitergehen. Ein neues Postzentrum wurde geplant und sollte neben dem neuen Hauptbahnhof errichtet werden. Die Grundsteinlegung des neuen Postzentrums erfolgte dann am 16. April 1959.
Mit dem Bau des Gebäudes der Oberpostdirektion (OPD) wurde 1878 begonnen. Das Bild zeigt das fertige Gebäude um 1900. Im OPD-Gebäude war auch das Hauptpostamt (Postamt 1) untergebracht.
Die Oberpostdirektion Braunschweig zählte zu den ältesten OPDs der Deutschen Bundespost. Sie wurde am 1. Januar 1868 mit der Generalverfügung des General-Post-Amts des Nordeutschen Bundes eingerichtet.
Das ehemalige OPD-Gebäude 2006. Die Deutsche Post hat den gesamten Gebäudekomplex an einen privaten Investor verkauft. Die Postbank befindet sich als Mieter im Erdgeschoß. Sie nimmt neben ihren Bankgeschäften gleichzeitig im Auftrag die Geschäfte der Deutschen Post wahr. Die Post ist nur noch indirekt an alter Stelle wirksam.
ERSTE SCHRITTE POSTAUTOMATION
Die Grundsteinlegung für das neue Postzentrum (fünf Bauabschnitte) erfolgte am 16. April 1959.
Das Bild - Sicht von Viewegs Garten - zeigt den fertiggestellten 2. Bauabschnitt mit dem Betriebsgebäude Postamt 1 und das Pakum.
Das Postzentrum mit Postbahnhof vor dem Abriß.
Auf dem ehemaligen Posthof befinden sich nun Märkte und verschiedene Gebäude. Bilder April 2019.
MEHR NEUES POSTZENTRUM
Die Konfiguration der automatischen Briefverteilanlage im Versuchspostamt Braunschweig.
Herr Krause am Zwischenstapler zur Brief-Feinverteil-maschine im 2. OG. des Betriebsgebäudes.
Die Zustellertische im 1. OG des Betriebsgebäudes. Briefbunde wurden über Schwerkraft-Stapelröllchen-bahnen den Zustellertischen zugeführt.
MEHR AUTOMATISCHE BRIEFVERTEILANLAGE
Für die automatische Briefverteilung innerhalb der ersten Briefverteilanlage (BVA) im Jahre 1967 wurde auf den Briefsendungen ein maschinenlesbarer Matrixcode gedruckt.
In der BVA befanden sich 19 Codierplätze CP 770. Sie wurden überwiegend durch Frauen bedient.
Hier ein codierter Stadtbrief. Rechts ist der maschinenlesbare Code unter UV-Licht gut zu erkennen.
MEHR ZUR MATRIXCODIERUNG
Die weitere Entwicklung der automatischen Briefverteilanlagen führte zur Linearcodierung (LC). Die 2. Anlage im Postzentrum wurde am 27.11.1979 offiziell in Betrieb genommen. Der Platzbedarf betrug nur noch 1/3 der alten Anlage "Matrixcodierung".
Die vorhandenen Codierplätze wurden modifiziert. Es wurden vor allem neue Druckwerke eingebaut.
Ein Stadtbrief während des Probelaufs vor der offiziellen Inbetriebnahme. Das Farbband des (LC)Druckers - unten rechts - zeigt bereits eine geringe Abnutzung. Die LC-Codierung wirkt schwach. Während des Probelaufs wurden in Echtzeitbetrieb auch Bedarfsbriefe durch die Anlage geführt.
MEHR ZUR (LC) CODIERUNGDer Unterschied zwischen Druck und Prägen wird hier wie folgt vereinbart: Drucken erfolgt über Typenstempel mit normalem Farbband.
Prägen erfolgt über erhitztem Typenstempel mit Heißprägefolie.
Ein Druckwerk mit Heißprägefolie.
Ein Druckwerk mit normalem Farbband.
Bei der Einrichtung der Briefverteilanlage und bei Störungen im Echtzeitbetrieb diente die Doppelabzugskontrolle (DAZK) dazu Vereinzelungsfehler kenntlich zu machen. Das Ergebnis sollte dann auch eindeutig interpretierbar sein.
Die Durchführung der DAZK war ein komplizierter Prozeß, der von Spezialisten aus dem PTZ begleitet wurde.
MEHR ZUR DOPPELABZUGSKONTROLLE
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© Bruno Räker 2014, Stand: Mai 2024